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Das erste inter-aktive Märchen ist online: Ein Interview mit Frank Borgmann

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Erstellt: Montag, 02. Mai 2011 21:38

Seit Ostermontag ist das, vermutlich deutschlandweit, erste inter-aktive Märchen online zu lesen. Wir sprachen mit dem Hobbyschreiber, Frank Borgmann.

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Bergische Stimme: Herr Borgmann, was hat es auf sich mit dem inter-aktiven Märchen?
Frank Borgmann: Bei diesem inter-aktiven Märchen, handelt es sich um ein frei erfundenes Märchen, welches vom Leser verändert und ergänzt werden kann. Auch können weitere Kurzgeschichten entstehen, die sich mit der Zeit zu vollwertigen „Märchen in Märchen“ entwickeln können. Es wird zukünftig schwerer werden zu sagen „Das Märchen habe ich schon gelesen, das kenne ich schon“.

Bergische Stimme: Wie kamen Sie auf die Idee, eine neuartige Märchenform zu schreiben?
Frank Borgmann:  Als Kind hat man eine große Anzahl von Märchen vorgelesen bekommen oder durfte sie sogar selber lesen. Am Ende eines jeden Märchens fragte man sich, wie es wohl ausgegangen wäre, wenn… Das beflügelte zu Träumereien. Vor ein paar Monaten wurde das Kind in mir wieder wach und so schrieb ich die Geschichte von „Baron Judas und Ritter Franz“. Diese Geschichte kam bei den Lesern gut an. Weil ich am Ende der Geschichte die Leser dazu anhielt auch etwas dazu zu schreiben, erhielt ich ein paar Rückmeldungen.

Bergische Stimme: Worum geht es in Ihrem Märchen?
Frank Borgmann: Mein Märchen handelt von einem Kaiserreich mit dem klangvollen Namen „Promany“. Es spielt zeitlich im Mittelalter und befasst sich anfangs mit der Entstehung eines neuen Kaiserreichs. Darin werden die Entwicklungen innerhalb des Kaiserreichs beschrieben, aber auch die Wirkung auf außenstehende Kaiserreiche. Bei Promany handelt es sich um ein Kaiserreich in einem bestehenden Kaiserreich. Und das Kaiserreich Promany hat zudem auch unterteilte Königreiche.

Bergische Stimme: Gibt es in Ihrem Märchen Figuren, die es Ihnen besonders angetan haben?
Frank Borgmann: Ja, die gibt es. Ans Herz gewachsen ist mir ein mutiger Ritter Namens Franz. Da es aber beinahe in einem jeden Märchen eine böse Figur gibt, wurde Kaiser Geilwicht erschaffen. Dieser Kaiser bestimmt im Prinzip auch das Märchen, wogegen der tapfere Ritter Franz fast nur in Nebensätzen auftaucht.

Bergische Stimme: Soll Ihr Märchen auch Tugenden vermitteln oder das Wissen erweitern?
Frank Borgmann: Ich hatte bisher nicht die Absicht als Lehrer zu fungieren. Wer mein Märchen liest, der wird feststellen, dass es im Prinzip sehr plump geschrieben wurde. Selbst vom Mittelalter habe ich zu wenig Ahnung, als dass ich irgendjemanden etwas diesbezüglich beibringen kann.

Bergische Stimme: Warum sind nicht alle Kurzgeschichten sofort online lesbar?
Frank Borgmann: Damit will ich die Spannung möglichst lange aufrecht erhalten. Wir kennen doch fast alle Personen, die angefangen haben ein gutes Buch zu lesen und dabei vergaßen ins Bett zu gehen. Ich will zwar nicht behaupten das meine Kurzgeschichten gut sind oder werden, aber ich will auch niemand den Schlaf rauben. Dadurch, dass es sich bei Promany um ein aktives Märchen handelt, können noch weitere Geschichten  entstehen. Der Leser hat die Möglichkeit Gastbeiträge zu schreiben oder einzelne Märchen zu ergänzen. Durch die Ankündigung der jeweiligen Titel der Kurzgeschichten können sich meine Leser schon im Vorfeld Gedanken machen, worum es wohl gehen könnte.

Bergische Stimme: Wie funktioniert das im Einzelnen mit den Ergänzungen und Gastbeiträgen. Wie ist das Verfahren?
Frank Borgmann: Jeder darf mir seine Vorstellungen zum Fortgang des Märchens zusenden. Auch Gastbeiträ ge sind willkommen.

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Wenn ein Beitrag bei mir im Postfach landet werde ich ihn lesen. Damit Ergänzungen und Gastbeiträge sich in das aktive Märchen einfügen, kann es vorkommen, dass ich Teile oder Figuren abändere. Eine Figur X aus Kurzgeschichte A kann nicht in einer anderen Kurzgeschichte oder Gastbeitrag plötzlich Y sein. Ähnlich verhält sich das mit Orten und Zusammenhängen zwischen den Kaiserreichen, bzw. Königreichen.

Bergische Stimme: Wie ist die bisherige Resonanz auf Ihr aktives Märchen?
Frank Borgmann: Die Anzahl der Besucher kenne ich nicht, weil ich keinen Zähler eingebaut habe. Daraus mache ich mir nichts. Da meine Idee vom aktiven Märchen noch sehr jung ist, kamen bisher auch nur wenige Anregungen.

Bergische Stimme: Wie lange soll das Märchen erweitert werden und wie viele Kurzgeschichten wird es geben?
Frank Borgmann: Diese Fragen kann ich Ihnen nicht beantworten. Es liegen noch ein paar Geschichten in der Schublade. Die Webseite hat allerdings nur wenig Speicher und ich kann auch nur 12 Seiten gleichzeitig veröffentlichen. Zieht man die Willkommensseite und das Impressum ab, dann bleiben noch 10 Seiten über. Dann will ich aber auch zusätzlich die Seite „Der Kaiser und sein Hofstab“  ständig online haben, damit jeder Leser nachschlagen kann um welche Figuren es sich handelt. Also werde ich zukünftig ältere Kurzgeschichten kurzzeitig offline nehmen, um neueren Geschichten Platz zu machen. Ich will aber niemanden abhalten mir seine Ideen zu schreiben. Ganz im Gegenteil! Der Reiz liegt doch auch darin, dass nie das gesamte Märchen gleichzeitig online sein wird. Und man muss auch immer damit rechnen das eine alte Kurzgeschichte bei Neueinstellung mit Veränderungen aufwarten kann.

Bergische Stimme: Wir bedanken uns bei Ihnen für das Interview. Es hat uns gefreut das die Bergische Stimme vermutlich die erste Informationsquelle sein durfte, die über die Idee des aktiven Märchens berichten durfte. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg.